Das Leben mit Hund ...

Das Bett ist besetzt. Der Kühlschrank ist voll. Die Schuhe sind dreckig. Auf dem Teppich liegen merkwürdige Sachen. 
Der Hund ist glücklich. Ich auch.

Tiere vergiften ist kein Kavaliersdelikt!

Eine gute Nachricht - eine Richterin, die auch das Leben von Tieren wertschätzt.

Eine Richterin am Bad Dürkheimer Amtsgericht wollte ein Zeichen setzen: Sie verurteilte einen Mann zu einer fetten Geldstrafe, weil er versucht hatte, eine Katze zu vergiften.
(Klick zum SWR)




Gassi-Statistik

Man wird ja manchmal gefragt, wie viel, wie oft, wie lange man Gassi geht. Ich kann das gar nicht  beantworten - es ist von Tag zu Tag verschieden. Ich habe nun mal eine Woche lang Buch geführt, vom 1. bis 7. November. Da war alles an Wetter dabei - von strahlendem Herbsttag bis strömenden Regen, freie Tage, Bürotage, Home-Office-Tage... im Großen und Ganzen eine recht normale Woche.
Jetzt zur Früh-Dunkel-Winterzeit gehe ich - zumindest war es in dieser Woche so - meist nur zweimal am Tag richtig raus, sonst nur schnell mal vors Haus zum Pinkeln (was nicht in die Statistik eingeflossen ist, genauso wenig wie Dabeisein am Stall).

Und hier das Ergebnis. Ich war mit Blacky in dieser Woche unterwegs:

5 1/2 Stunden und 24 km zu Fuß
5 1/2 Stunden und 32 km auf dem Pferd 
3 Stunden und 34 km mit dem Fahrrad

Also im Durchschnitt 2 Stunden und knapp 13 km pro Tag (wobei der Hund natürlich mehr Kilometer zusammenbekommt als ich, vor allem, wenn ein Kumpel zum Rennen und Toben dabei ist).

Der längste Ausflug am Stück und das längste Gesamt-Gassi pro Tag mit 3 Stunden waren 2 3/4 Stunden Ausritt (17 km) an Allerheiligen, plus 15 Minuten Mini-Runde am Abend.
Die kürzeste Gesamt-Gassi-/Ausritt Zeit war am Mittwoch (Büro und strömender Regen) mit 1 Stunde 15 Minuten, verteilt auf 25 Minuten Spazierengehen und 50 Minuten Reiten.

Was sagt uns das? Keine Ahnung. Blacky und ich sind jedenfalls ganz zufrieden. Mal sehen, was die Statistik im Frühjahr sagt. Ich kann's kaum erwarten!





Mir fehlen die Worte

Eine Kleinanzeige. Einmal Cornflakes im Hals stecken geblieben beim Frühstück.... Wie verblendet können "Züchter" oder besser Hundevermehrer eigentlich sein...?



Sonntags-Menschen-Alarm

Wir nenen sie die Sonntagsmenschen. Wochenende, Wetter schön, alle kommen aus ihren Löchern... es sei jedem gegönnt aus ganzem Herzen. Ich frage mich nur immer, wo sind die sonst alle...? Aber nach ein paar besonders merkwürdigen Begegnungen bin ich dann doch immer froh, dass man die meiste Zeit des Jahres seine Ruhe hat.
Blacky und ich sind heute gemütlich bei schönstem Sonnenschein die 10 km zum Stall und wieder zurück geradelt, auf Radwegen, Feldwegen, Waldwegen, soviel Gelegenheiten zum Üben - Ausweichen, Seite wechseln, Absitzen, Fuß gehen, Leine dran, Leine ab. Stört mich auch nicht. Dass man als Jogger aber dann doch lieber fast auf den Hund drauftritt, als auch nur einen Schritt zur Seite zu machen... Oder zwei Hunde, einer an der Leine, einer nicht, meiner also lieber an die Leine, ach nee, blöd, denn dann kommt der große Schwarze Schnüffeln, aber den dann mal bitte wegnehmen, damit ich weiterkomme - Öh, Nein. "Das muss ihr Hund halt lernen!" Häh? Was hat mein Hund damit zu tun, dass der Riesenhund quer vor meinem Fahrrad steht? Meeeerkwürdig. Vielleicht soll er lernen, den anderen Hund aus dem Weg zu beissen. Ich werde es nie erfahren. Ich fahre lieber weiter und ziehe in Erwägung, beim nächsten Mal eben nicht mehr zu fragen, sondern den Hund selbst zu verjagen. Oder ich machs wie der Jogger und fahre ihn einfach um. Aber das ist doch auch blöd.
Ich konzentriere mich lieber auf die schönen Sachen, das bunte Laub, die Sonne und die vielen (oh so vielen *seufz*) netten Menschen, die uns anlächeln und Blacky süß finden - die gibts ja auch! Und der Pudel ist wirklich brav und belästigt niemanden.
Mein Highlight kam dann auf dem Heimweg. Auf einem ausgewiesenen und deutlich beschildertern Radweg (sogar Teil einer Radwander-Route). Ich mit angeleintem Hund, das Schild mit "Radweg Ende" und danach die Straße ist schon in Sicht. Eine Frau fegt - komischerweise im kurzen Rock und mit einem winzigen Reisigbeißen bewaffnet in gebückter Haltung - Laub zusammen. Ich nehme den Hund nach außen, rufe eine Warnung und will ganz langsam vorbeifahren, da kommt 
von ihr ein entrüstetes "Hier ist Radfahren verboten!" 
Aber nur Sonntags bei schönem Wetter....

Schluß mit Doodle!

Warum bekommen Pudelmixe immer so bescheuerte Namen? Cockapoo und Doodle, ist doch albern. Ich hab da ein paar bessere Ideen :-)

Punscher = Pudel + Pinscher
Pups = Pudel + Mops
Pullie = Pudel + Collie

und so weiter...

Puferhund
Puckel
Pussie
Pudermann
Pudador
Pundhund
Puppet
Pudiel

Puh!







Tendenzen

Menschen sind solche Schwarz-Weiß Denker. Alles oder Nichts. Ganz oder gar nicht. Klappt oder klappt nicht.

"Das hab ich probiert, hat nicht funktioniert!" Eine typische Hundehalter-Aussage. "Da kann ich mit der Leberwurst wedeln soviel ich will, wenn er einen anderen Hund sieht, interessiert ihn das nicht!" - "Egal, wieviel ich Leinenführigkeit übe, er zieht trotzdem!" - "Ich belohne ihn ja eigentlich oft, aber es ändert nichts!"

Es hilft, den Blick für die kleinen Dinge zu schärfen. Für winzige Fortschritte, für Tendenzen. Nuancen. Graustufen. Und dann gezielt nach dem Faktor zu suchen, der diesen Fortschritt, egal wie klein, verursacht hat. Und den Faktor dann steigern ins 150fache.

Also nicht: "Ich hab dreimal toll belohnt,  und er ist mir wieder abgezischt, also bringt die tolle Belohnung nichts!"
Sondern: "Seit ich hochwertiger belohne, hat er schon dreimal super auf den Rückruf reagiert, vorher hat er fast nie direkt reagiert" Und dann statt dreimal zu belohnen, 500 mal belohnen, und nicht nur mit ein bisschen Leberwurst, sondern mit der halben Tube. Sehen, ob man das kleine zarte Pflänzchen Fortschritt päppeln und aus der Tendenz einen Trend machen kann - und irgendwann die Normalität.

Das gilt für viele Ansätze, eigentlich für fast alle. Gelernt wird aus Erfahrung und über Verstärkung, und Verstärker addieren sich. (Wäre schön, wenn man dann nur einmal ein ganzes Fass Leberwurst auffahren könnte, und das Problem wäre für immer "gegessen" - aber so einfach ist es dann auch wieder nicht...Verstärkung muss immer und immer wieder passieren.)

Das dauert halt. Aber wer einen Samen in der Erde vergräbt, erwartet ja auch nicht, morgen früh schon die Bananen ernten zu können. Man muss das zarte Pflänzchen erst hegen und Geduld haben.

Der Hund geht nach drei Richtungswechseln immer noch nicht brav an der Leine? Aber ist er minimal aufmerksamer? Geht 30 Schritte, ohne zu ziehen, statt wie vorher nur 10? Gut, das ist eine Tendenz, also weiter so! Und am besten noch eine Schippe drauflegen, kein "eigentlich" belohne ich, kein "eigentlich" bin ich konsequent, mal so, mal so - sondern den gewählten Weg beibehalten, weiter ausbauen, intensivieren.

Auch kleine Veränderungen zum Positiven zu erkennen, ist wichtig, um die eigene Motivation aufrecht zu erhalten. Es hilft, ein Trainingstagebuch zu führen oder einfach mal darüber nachzudenken, wie der Hund vor genau einem Jahr war - war die betreffende "Baustelle" besser oder schlechter? Was hat sich geändert, inwiefern und warum?

Ich war heute einige Kilometer mit dem Rad und dem freilaufenden Hund über die Felder unterwegs. Noch vor einem Jahr wäre er mir dabei bestimmt mehrmals losgeschossen, um die Scharen von Krähen aufzuscheuchen, die dort sitzen (noch vor einem Jahr bin ich natürlich nicht eine Stunde lang mit dem Rad da rumgefahren, sondern war 20 Minuten zu Fuß mit der Schleppleine zum Üben dort).
Heute ist er die ganze Zeit auf dem Weg geblieben und hat sich nicht um die Krähen gekümmert - bis auf ein einziges Mal (und da konnte ich ihn zurückrufen, jippieh. Leberwurst!). Hat mein Hund also immer noch Krähen hochgescheucht? Ja. War alles Üben, auf dem Weg zu bleiben, umsonst? Mein ganzes Training für die Katz? Nein! Im Gegenteil, die Tendenz ist extrem gut. Ich bin guter Dinge und mache weiter wie bisher.

Gleiches gilt für eine Menge anderer Dinge. Zieht mein Hund noch manchmal? Ja. Tut er es seltener als vor einem Jahr? Ja. Also - Tendenz positiv! Weiterüben! Befolgt er Kommandos öfter oder seltener? Was passiert wie in welchen Situationen? Was habe ich an mir und meinem Verhalten, meinen Methoden, meiner Interaktion verändert, mit welchen Folgen? Solche Fragen sollte man sich oft stellen, immer mit einem aufmerksamen Blick auf Veränderungen.

Wird etwas aber in der Tendenz, und sei sie noch so klein, dauerhaft nicht besser oder sogar schlechter, dann hatte man bisher den falschen Ansatz - oder auch das falsche Ziel.

Man muss den richtigen Weg für den individuellen Hund finden. Was für den einen eine tolle Belohung ist, ist für den anderen gar nix wert. Der eine Hund wird vielleicht durch sehr häufige Ansprache und viel Input aufmerksamer  (Blacky ist so) - ein anderer wird genervt davon und mag beim dritten völlig überflüssigen Rückruf (in seinen Augen) nicht mehr kommen, Belohnung hin oder her.
Wenn ein Hund nicht weiß, wofür er eigentlich belohnt wird, kann man tatsächlich soviel Leberwurst auffahren, wie man will, sein Verhalten wird sich nicht in die gewünschte Richtung ändern.
Manchmal ist vielleicht eine laute Ansage der richtige Weg, um Gehorsam zu fordern - wenn Angst im Spiel ist, nützt Strenge nichts, sondern macht den Hund nur unsicherer, und er wird auf Distanz gehen.
Der eine unkonzentriert und nervös, der andere unmotivert und findet andere Dinge spannender, der nächste hat das Kommando noch nicht verstanden - Kann nicht, Will nicht und Versteht nicht lassen grüßen.
Wenn eine gewählte Methode überhaupt keine Tendenz zur Verbesserung bringt, dann hat es keinen Sinn, stur daran festzuhalten. Es passt nicht alles auf jeden Hund, und auch nicht auf jeden Menschen. Verhaltensweisen können unterschiedliche Ursachen haben. Nicht immer gibt es einen direkten Weg zum Ziel, und nicht jedes Verhalten lässt  sich an- oder wegtrainieren. Es bringt nichts außer einer  Menge Frust, wenn man auf Teufel komm raus an einer Methode festhält, die einfach nicht die richtige ist.

Oder, um bei der Banane zu bleiben: Man kann giessen, soviel man will, wenn man statt Bananen Äpfel gepflanzt hat, wird man NIE Bananen bekommen. 

Zwergenwuchs und Gigantismus

Der Trend geht zum Extrem. Teacup-Chihuahuas und Riesenbernhardiner... Immer größere, immer schwerere Show-Labbis... wo ist der schlanke, flinke, mittelgroße Labrador von früher geblieben? Der Boxer, der Dalmatiner - heute laufen einem da große, kräftige Hunde über den Weg, die ich früher als schlank und eher mittelgroß kannte. Und was ist aus dem Dackel geworden - heute sind viele Dackel so winzig und so kurzbeinig, dass sie kaum noch etwas gemeinsam haben mit dem Hund meiner Kindheit.

https://dogbehaviorscience.wordpress.com/2012/09/29/100-years-of-breed-improvement/
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Großpudel, die aus dem Maß gewachsen sind, also über den 60 cm Obergrenze (+2 cm Toleranz), sind nicht selten. Einen Großpudel um die 50 cm (bei 45 cm verläuft die Grenze zum Kleinpudel) findet man nur schwer - ebenso wie einen Kleinpudel, der über 35 cm hat.

Daher bin ich ja beim Mittelpudel gelandet. Mittelgroß: das heisst für mich 40-50 cm, kniehoch. Blacky ist natürlich prompt "zu groß" geworden - 53 cm, macht das aber durch seine schlanke Linie wieder wett. Der Hund besteht ja quasi nur aus Beinen, wirkt also nicht so groß, wie er ist.

Warum bei so vielen Rassen zum Extrem hin gezüchtet wird, verstehe ich überhaupt nicht.  Die allermeisten Leute bevorzugen ja die mittlere Größe. Aus gutem Grund.

Ein Hund, der auf den Schoß, im Bus unter den Sitz, im Auto in den Fußraum passt. Den man eine Treppe hochtragen oder alleine auf den Tierarzttisch heben kann. Der im Bett schlafen kann, ohne dass es eng wird. Wegen dem man kein neues Auto kaufen muss, wenn man neben dem Hund auch noch den Wochenendeinkauf transportieren möchte. Kleinere Hunde sind großen, schweren Vertretern in punkto Ausdauer, Hitzetoleranz und auch Langlebigkeit meistens überlegen.

Aber eben auch kein Kleinhund, der übersehen wird, mit dem man oft von anderen Hundehaltern nicht ernst genommen wird. Der einfach vom nächsten Tutnix plattgewalzt wird. Ich liebe kleine Hunde - aber ich weiß nicht, ob ich selbst entspannt genug geblieben wäre, den Kleinen nicht zum hysterischen Angstkläffer zu machen.

Der Trend zum Extrem in der Hundezucht, auch bei der Größe - ich finde es nicht nur generell bedenklich, was die Gesundheit der Hunde angeht, sondern auch einfach dumm. Warum züchten so viele wissentlich und absichtlich an den Wünschen und Bedürfnissen der zukünftigen Halter vorbei? Ohne Käufer kann auch keine Zucht fortbestehen. Egal, wie toll die Noten auf der Ausstellung sind.


Let's talk about Sex, Baby

Ich guck manchmal den Rütter. Ist meist unterhaltsam, manchmal lehrreich, und immer so ein wohliger Voyeurismus dabei...

Die letzte Folge handelte von einem einjährigen Auslandstierschutz-Mischlingsrüden, der extrem Ressourcen verteidigte, seine Menschen biss und alles und jeden anrammelte. Herr Rütter stellte fest: extrem cleverer Hund, völlig unerzogen und mit Null Frustrationstoleranz. So weit, so richtig, meiner Meinung nach. Ein Hund, der Regeln braucht und sinnvoll beschäftigt werden muss. Stimme auch voll zu. Aber dann: Der Hund ist völlig "oversexed" und sollte kastriert werden. Denn seine Reaktionen sind voll und ganz sexuell orientiert - womit das Gerammel gemeint war.

Da ist mir dann ja doch kurz alles aus dem Gesicht gefallen. Sagt der das, weil die Zuschauer das witzig finden? Oder glaubt er das wirklich?

"Shrek", so hiess der Hund, übrigens ein mega-cooler kleiner Kerl, den ich sofort eingepackt hätte, zeigte ein eindeutiges Übersprungverhalten. Wie aus dem Lehrbuch. Junger Hund, suboptimale Aufzucht und ungewisse Vorgeschichte, unsichere und ahnungslose Besitzer, keinerlei Alltagsregeln, keine soziale Führung, Langeweile. Was soll denn da anderes rauskommen als ein völlig gestresster Hund, der sich ein Ventil sucht? Und wie kann man glauben, dass eine Kastration daran etwas ändern würde? Als ob Kastraten (genau wie Hündinnen) nicht rammeln würden. Im Gegenteil, kastrierte Rüden können sogar deutlich anfälliger für Stress werden (erklärt wird das in diesem Buch).

Zum Glück hat Shrek eine starke Persönlichkeit und viel Selbstbewusstsein und hat dadurch sein erstes Lebensjahr trotz aller Widrigkeiten recht unbeschadet überstanden. Die Besitzer folgtem nach dem ersten Rütter-Besuch einem soliden, klassischen Trainingsprogramm, damit der Hund erst mal ein paar Alltagsregeln akzeptiert, die Interaktion mit dem Menschen als etwas Positives und Erstrebenswertes kennenlernt und ein bisschen Respekt und Frustrationstoleranz erwirbt. Beim zweiten Besuch keine Spur von Rammeln mehr. War Shrek doch nicht so "hypersexuell?"

Da auch beim zweiten Hund in der Sendung - einem unerzogenen, leinenrüpeligen Neufundländer - gleich wieder von "absolut sexuell motivertem Verhalten" die Rede war (und auch hier wieder: fand ich nicht), befürchte ich fast, dass "oversexed" das neue "unausgelastet" wird.

Wenn man die Welt für sich alleine haben will...

... geht man halt im Regen wandern. Wir leben ja nun nicht gerade am Ende der Welt, und rheinhessische Wanderwege sind am Wochende bei schönem Wetter ziemlich frequentiert. Aber mit ein paar Wolken und Regentropfen sieht das gleich ganz anders aus. Den Hunden ist es so ja eh viel lieber.
Ich mag den Herbst!
Den Link und die Karte zur heutigen Tour gibts übrigens auf der Wander- und Gassi-Tipp-Seite.






Pudel - mon Go!

Ja, ja, ich bin sicher, die allgegenwärtigen Mahner und Kulturpessimisten haben Recht, Smartphones sind Teufelswerk und der Untergang des Abendlandes steht kurz bevor - aber bis es soweit ist, finde ich Pokémon Go ziemlich lustig.
Auf meinen eigenen Handy hab ich es zwar nicht installiert, aber dafür habe ich ja ein Kind im Teenager-Alter. Und häufiger Gassi-Gesellschaft in letzter Zeit :-)
Immerhin zwingt die App die Kids dazu, in der Gegend rumzulaufen, was den Untergang des Abendlandes wohl auch nicht aufhalten kann, aber wenigstens teilweise nach draussen verlagert - und das finden Blacky und ich auf jeden Fall gut!




Die Ein-Klick-Kastration

Da Karin bei den Glückspudeln gerade wieder was zum Thema Kastration geschrieben hat, ist mir das Thema nun auch wieder eingefallen. Zeit, einen alten, angefangenen Artikel endlich mal zu Ende zu schreiben!

Viele Leute wissen ja ganz genau, wo sie stehen zum Thema Kastration, und der eigene Standpunkt wird recht hitzig vertreten (gerade in Internet-Foren) : Wie kannst du nur! Oder nicht! Hmmm... ich fand die Sache nicht so eindeutig.

Es ist sicher anders, wenn man ländlich wohnt und wenigen (und mehr oder weniger immer den gleichen) Hunden begegnet. Ich aber wohne im absoluten Hunde-Ballungsraum. Nicht nur Begegnungen sind extrem häufig - einen Tag ohne Begegnungen gibt es nicht, niemals, ausgeschlossen - sondern auch die Gerüche anderer Hunde sind wirklich überall. Auch, wenn man zum Gassi rausfährt. Ein unkastrierter Rüde wird einer Vielzahl von intakten Hündinnen und deren Signalen konfrontiert, und mit ebenso vielen anderen Rüden, und auch kastrierte Hunde üben auf unkastrierte Hunde mitunter einen gewissen Reiz aus, vor allem auf junge, unerfahrene. Also quasi Dauerbeschuss. Um anderen Hunden wirklich auszuweichen, damit mein Hund mal Pause hat, müsste ich schon ziemlich weit fahren... täglich, gar mehrmals täglich? Geht nicht.

Als Blacky 2 Jahre alt war, vergangenen Sommer, merkte ich deutlich, wie anstrengend das für den jungen Hund (und für mich) war. Blacky zeigte sich weder "hypersexuell" (ein Wort, das gern von Kastrationsbefürwortern gebraucht wird, ob es das gibt und was dahinter steckt, sei hier mal dahingestellt) noch jemals aggressiv - aber er war doch extrem abgelenkt, weniger ansprechbar.

Tierliebe - und Hass

Es gibt soviel Schönes rund um die Tiere. Aber was mich immer wieder fassungslos macht, ist, dass man manchmal auch mit einem unfassbaren Hass konfrontiert wird. Dass man sich als Tierbesitzer in einer Art und Weise beschimpfen, sogar bedrohen lassen muss, die einfach weit über das Erträgliche hinaus geht.
Es geht nicht darum, ob man tatsächlich einen Anlass geliefert hat oder ob die reine Existenz genügt. Sicherlich haben die Ausbrüche mancher Leute einen Anlass - seltenst steht der aber in einem vertretbaren Verhältnis zum Ausmaß der Beleidigungen, die man sich anhören muss. Kritik muss man einstecken, Fehler eingestehen können, rücksichtsvoll sein, auch und gerade als Hundebesitzer. Aber minutenlanges Geschrei? Mit Autos oder Fahrrädern verfolgt werden? Drohungen gegen das Leben des Hundes oder gar das eigene? Da gibt es sehr wenige Dinge, die so ein Verhalten, so eine Respektlosigkeit rechtfertigen würden.
Mich macht es fassungslos und traurig, was für Menschen da draussen herumlaufen, wieviel Wut und Hass in ihnen brodelt, gerichtet auf das, was für mich zu den schönsten Dingen im Leben gehört.

Radtour


Wir waren Radeln im Ahrtal!
Von der Quelle in der Eifel bis zum Rhein - eine tolle Tour. Wälder und Wiesen mit viel Platz zum Flitzen, die Ahr zum Planschen - und den Hundeanhänger für Ruhepausen, Strassenabschnitte und enge Stellen, die es im schmalen Tal reichlich gibt.
Blacky beherrscht das Kommando "Geh rechts!" ziemlich gut, so dass es keine Probleme mit anderen Radlern gab - aber der schöne Radweg ist vor allem an den touristisch attraktiven Abschnitten ziemlich frequentiert und oft recht schmal, da war der Hund im Anhänger sicher aufgehoben und wir konnten auch mal kräftig in die Pedale treten, ohne dass es zu anstrengend für den Pudel wurde.
Und wieder mal schön zu sehen, dass Blacky eigentlich alles mitmacht. Obwohl er noch nie in so einem Anhänger war, hat er das Gefährt schnell akzeptiert. Ich könnte schwören, dass er auch genau verstanden hat, wann es für ihn besser war, sich kutschieren zu lassen. An Strassen oder auf Abschnitten ohne Schatten herrschte Ruhe - doch sobald die Strecke "hundegerecht" war, erklang von hinten ein leises Fiepsen... Ich könnte schwören, dass war kein Zufall.