Gefahren lauern überall

Heute morgen laufe ich quer über den großen Parkplatz, um ins dahinter liegende Wäldchen zu kommen - und werde beinahe von einem riesigen Abschleppwagen über den Haufen gefahren. Der Typ hat mich nicht - bzw. erst ziemlich spät - gesehen. Meinen Hund hätte er garantiert noch viel weniger gesehen, wäre er 5 Meter entfernt von mir an der Flexi rumgestromert.

Sowas sehe ich jeden Tag, und es läuft mir echt kalt den Rücken runter. Herrchen hier, Hund dort, dazwischen 5 Meter dünne, unsichtbare Schnur.

Auf Parkplätzen (und sowieso überall, wo Verkehr ist), gehört kein Hund an die Flexi, und wenns denn unbedingt sein muss, dann bitte: ganz kurz und Stoppknopf rein. Genauso wie man (hoffentlich) kleine Kinder an die Hand nimmt bzw. nah bei sich behält. Beim Rückwärts ausparken oder Parkplatz suchen werden sie sonst schlicht übersehen.

Überhaupt Flexileinen - ich hab auch eine, es gibt Situationen, wo sie sehr nützlich sind - aber an die Flexi gehören für mich ausschließlich Hunde, die leinenführig sind, sprich nicht in die Leine donnern; die nicht überall unkontrolliert hin wollen, sprich gelernt haben, mit Ablenkung umzugehen; die ich weitestgehend über Kommandos lenken kann, also zu mir rufen kann und nicht die Leine dafür brauche. Sprich: An die Flexi gehören Hunde, die eigentlich auch frei oder an der kurzen Leine laufen könnten, aber an der Leine sein müssen, z.B. wegen Leinenpflicht, oder weil ich mit "hundelosen" Menschen unterwegs bin und nicht ordentlich auf den Hund gucken kann oder will.

Meistens befestige ich die Flexi dabei an meiner umgehängten Kurzleine, um nicht Gefahr zu laufen, den unhandlichen Plastikkoffer fallen zu lassen - das kann den Hund ganz schön erschrecken (sollte man übrigens unbedingt mal üben, damit der Hund das kennt, wenns doch mal passiert, und nicht panisch wird!).

Hundekontakt an der Flexi ist tabu!

Was alles schief gehen kann mit der Flexi ist hier *Klick* schön zusammengefasst.

Ein Ersatz für Erziehung sind Flexis auf keinen Fall, und auch kein Trainingsinstrument. Da sollte man doch besser zur Schleppleine greifen.

Richtig blöd kanns übrigens an der Flexi (allerdings auch an anderen Leinen) werden, wenn man mit dem Hund Fahrstuhl fährt. Hund drinnen, Mensch draussen (oder umgekehrt), Fahrstuhl geht zu und fährt los... noch Fragen? Bitte immer aufpassen, dass Hund und Mensch gleichzeitig einsteigen.

Ein anderer gefährlicher Ort sind Rolltreppen. Hunde, die mit den Krallen in den Ritzen der Stufen hängenbleiben - nicht schön. Ich war mal in einem Junghundekurs, wo tatsächlich geübt wurde, Rolltreppe zu fahren... Äh, Nein! Entweder der Hund lässt sich ruhig und sicher tragen, oder man nimmt den Fahrstuhl.

Auch schön: Unkontrolliertes Aussteigen aus dem Auto. Das ist Übungssache, und man entschärft vieles, wenn man die Leine grundsätzlich immer dran macht, bevor der Hund aussteigt. Ich mache sie ja gar nicht erst ab, aber da es sicher Hunde gibt, die im Auto unruhig sind und sich verheddern können, würde ich das nicht als allgemein sinnvollen Ratschlag ansehen.

Althrein zugefroren


In den letzten frostigen Tagen gab es immer wieder Meldungen wegen eingebrochener Hunde - Eisflächen sind gefährlich. Es gibt Leute, zu denen das noch nicht durchgedrungen ist.






Und zuletzt: Mein Nachbar. Der fährt immer Fahrrad mit seinem großen Labbi-Mix. Der Hund läuft neben ihm (dicht neben ihm), die Leine, am Halsband,  ist zur Schlaufe eingehakt und schräg über den Oberkörper gehängt. Das ist - egal wie brav der Hund ist - saugefährlich. Ein Stolpern, ein Zaudern oder Ausweichen des Hundes, ganz zu schweigen von Hängenbleiben, genügt und alles gerät ins Straucheln.

Ich halte die Leine immer nur locker in der Hand und trotzdem ist es mir schon passiert: Beim Reiten, Hund angeleint, weil wir eine Strasse überqueren mussten. Ich habe die Leine ein wenig nachgefasst und mir dabei aus Versehen um einen Finger gewickelt. Pony macht einen Schritt zur Seite, Hund weicht aus, gerät dadurch hinter einen schmalen Baumstamm - und zwei Schritte später lag ich schon unten.  Das war im Schritttempo, weicher Waldboden, beide Tiere blieben sofort stehen. Trotzdem hätte ich mir den Finger brechen können, am Halsband hätte sich der Hund schwer verletzen können (daher trägt er immer Geschirr beim Radfahren und Reiten), das Pferd hätte sich erschrecken können. Beim Radfahren, mit Tempo, auf der Strasse - ich möchte es mir nicht vorstellen.
Sowas passiert mir sicher nicht nochmal. Am meisten hat mich geärgert, dass ich es ja vorher schon genau wusste, wie doof es ist, sich die Leine um die Hand zu wickeln. Tja.

Also,  der Hund gehört beim Radfahren ans Geschirr. Die Leine gehört nicht am Menschen befestigt, auch nicht um die Hand oder den Lenker gehängt oder gewickelt.
Die Leinenhalter hinten am Rad sind deutlich sicherer, weil sie das Gleichgewicht weniger beeinträchtigen, mein Fall sind sie trotzdem nicht. Was, wenn ich stürze? Der Hund hat keine Chance, wegzukommen.

Mein Nachbar meint, sein Hund macht das so brav, da passiert nix. Sollte auch besser nicht, schließlich fährt auch die 2jährige Tochter im Kindersitz mit. Puh.


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